In eigens dafür entworfenen Anzügen (im Dollarnoten-Design mit Siebdruck auf Nesselstoff) fand die Fotoperformance in der Galerie Weinand zusammen mit Künstlerfreund Herbert Jakob Weinand statt.
Der Anzug von Weinand war im typischen Dollarnoten-Grün. Eine Krawatte und Schuhe im selben Design vervollständigte sein Outfit. Der Anzug von Anne war in Goldgelb gehalten.
Der innen vollständig mit Dollarnoten ausgekleidete Panzerschrank (ein Unikat!) entwarfen Anne Jud und Herbert J. Weinand gemeinsam. Die beiden verwendeten dazu einen echten Panzerschrank mit einem originalen Einschussloch im Panzerglas.
Die Masse des Panzerschranks betrugen eine Breite von 52 cm, eine Tiefe von 52 cm und eine von Höhe 70 cm.
1985
1985
Originalkommentar Anne Jud:
Mit dem miserablen Ergebnis einer Versteigerung seiner Bilder flieht Gauguin zurück nach „Noa Noa“, wie er Tahiti nennt. 1897 malt er sein Vermächtnis: „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“.
Dann der Niedergang – Tahitis und Gauguins.
Unsere Performance soll dem Betrachter die Situation des Künstlers in der heutigen Zeit der zerstörten Paradiese und Sehnsüchte nahebringen. Deshalb haben wir die Handlung bei Tahiti und Gauguin angelegt.
Der vielseitige Künstler Salomé (*54, bürgerlicher Name Wolfgang Ludwig Cihlarz) war zusammen mit Anne Mitglied der Berliner Künstlergruppe „Neue Junge Wilde“ und Partner für diese Performance.
Ihr leichten Winde von Süd und Ost,
die ihr euch vereint, über meinem Haupt
zu spielen und zärtlich zu kosen.
Eilt alle schnell zur nächsten Insel.
Dort findet ihr den, der mich verlassen hat,
sitzend im Schatten seines Lieblingsbaumes.
Sagt ihm, dass ihr in Tränen mich gesehen.
Am Berliner Kurfürstendamm fand die Schaufensterausstellung im Rahmen der Workshops „Kunstmeile Kramberg Berlin“ statt.
Für dieses Projekt benutzte Anne Jud die dreifarbigen Transparentstreifen in Goldgelb, Rot und Blau. Diese Folienstreifen stellte sie für die Performance-Installation „Dollar-Karo“ im Jahr 1981 in Rollen her.
Im Rahmen der Workshop-Woche entstand dieser verkleinerte „Performance-Vorhang“.
Diese damalige Fotoaktion in den mittleren 80er-Jahre war Anne Juds Versuch, Raum, Zeit und Erregung als Bild einzufangen und in Einklang – Harmonie – zu bringen.
Der Raum wird mit der lebenden Figur zur Installation, wobei die Figur (Anne) das Zentrum (= Plastik, Skulptur) bildet.
Annes Definition der „Figur“:
Figur gleich Sein
Figur gleich Skulptur
Figur gleich Ausdruck
Figur gleich Darstellung
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